Managementsystem zur Organisationsentwicklung nutzen | ISO einfach erklärt
Organisationsentwicklung – Ein Leitfaden für die Praxis
Organisationsentwicklung umfasst eine Vielzahl strategischer Prozesse und Tätigkeiten, die es Unternehmen ermöglichen, ihre Strukturen und ihre Teams kontinuierlich zu verbessern und an die Erfordernisse sich verändernder Märkte anzupassen.
Der Begriff ist so allgemein, dass er viele Unternehmen überfordert.
- Ist nicht alles, was ein Unternehmen strukturell und organisatorisch voranbringt, irgendwie Organisationsentwicklung?
- Wer ist dafür zuständig?
- Und was zählt nicht zur Organisationsentwicklung?
In diesem Praxisleitfaden beantworten wir diese Fragen – unterlegt mit zahlreichen Beispielen aus der Praxis.
Organisationsentwicklung Definition
Vereinfacht gesagt ist es die Aufgabe der Organisationsentwicklung, ein Unternehmen beziehungsweise eine Organisation von Zustand A hin zu Zustand B zu entwickeln. Das ist stark vereinfacht. Denn in der Praxis gibt es in vielen Bereichen von Unternehmen Ist- und Soll-Zustände. Gerade in sich schnell verändernden Märkten verändern sich die Sollzustände schnell.
Organisationsentwicklung in der Praxis
In der Praxis werden der Organisationsentwicklung alle Tätigkeitsfelder zugerechnet, die dazu beitragen, die Strukturen, Prozesse und das Wissen einer Organisation in die strategisch erforderlichen Richtungen zu entwickeln. Dazu gehören beispielsweise
- das Qualitätsmanagement,
- das Prozessmanagement und die kontinuierliche Prozessoptimierung sowie
- das Ideenmanagement und der kontinuierliche Verbesserungsprozess.
In der Praxis sind auch das Risikomanagement, das Wissensmanagement und das Innovationsmanagement häufig im Bereich der Organisationsentwicklung zu finden.
ISO 9001:2026 als Managementsystem der Organisationsentwicklung
Organisationsentwicklung erfolgt häufig durch die Einführung sog. „Managementsysteme“ wie beispielsweise ISO 9001:2015. Die Aufgabe der Organisationsentwicklung ist primär prozess-, struktur- und teamorientiert.
- Die Vorgabe, den Umsatz in einem bestimmten Bereich um zwanzig Prozent zu steigern, gehört nicht zur Organisationsentwicklung.
- Die Schaffung von Strukturen und Prozessen, um das erwartete Mehr an Kunden*innen bewältigen zu können, wird der Organisationsentwicklung zugerechnet.
Die Einführung eines Qualitätsmanagementsystems nach ISO 9001: 2026 und die Erlangung einer damit verbundenen ISO-Zertifizierung sind in vielen Unternehmen Aufgabe der Organisationsentwicklung.
Nutzung von Managementsystemen zur Organisationsentwicklung
Managementsysteme sind ein zentrales Werkzeug zur systematischen Organisationsentwicklung. Standards wie ISO 9001 (Qualitätsmanagement), ISO 14001 (Umweltmanagement) und ISO 27001 (Informationssicherheitsmanagement) geben klare Leitlinien vor, an denen Sie Ihre Organisation strukturiert ausrichten können. So entwickeln Sie Prozesse, Strukturen und Verantwortlichkeiten gezielt weiter und schaffen nachhaltige Verbesserungen. Im Video wird anschaulich erklärt, worin die Unterschiede zwischen diesen drei Managementsystemen liegen.
Ein großer Vorteil von Managementsystemen, die den ISO-Standards folgen, ist ihre Zertifizierbarkeit. Eine ISO 9001 Zertifizierung ist für Unternehmen ein sichtbares Gütesiegel für professionelle Organisationsentwicklung.
Die Einführung eines Managementsystems zur Organisationsentwicklung
Die Einführung eines Managementsystems ist ein strukturierter Schritt zur gezielten Organisationsentwicklung. Sie analysieren zunächst den Ist-Zustand Ihres Unternehmens, definieren klare Ziele und leiten daraus passende Prozesse und Verantwortlichkeiten ab. Auf Basis der ISO-Leitlinien entstehen so nachvollziehbare Strukturen, die im Alltag angewendet und kontinuierlich verbessert werden. Dadurch entwickelt sich Ihre Organisation nicht zufällig, sondern systematisch und messbar weiter.
- Prozesse klar festlegen: Schreiben Sie Ihre wichtigsten Abläufe einmal einfach auf – wer macht was und wann. So vermeiden Sie Chaos und schaffen klare Verantwortlichkeiten.
- Regelmäßig reflektieren: Nehmen Sie sich z. B. einmal im Monat kurz Zeit, um zu prüfen: Was läuft gut, wo gibt es Probleme? So verbessern Sie Ihr Unternehmen Schritt für Schritt.
- Mitarbeiter einbeziehen: Binden Sie Ihr Team aktiv ein – oft wissen die Mitarbeitenden am besten, wo Prozesse verbessert werden können.
