Was ist eine akkreditierte Zertifizierung? | DICIS AG
Dieser Artikel klärt praxisnah, was eine akkreditierte Zertifizierung ist und ob Unternehmen sie wirklich benötigen. Sie lernen den Unterschied zur freien (nicht akkreditierten) Zertifizierung kennen. Im Artikel und ihm Video lernen Sie ebenfalls die rechtlichen Rahmenbedingungen kennen, damit Sie eine fundierte und wirtschaftlich sinnvolle Entscheidung für Ihr Unternehmen treffen können.
Zum Hintergrund: Viele Geschäftsführer und Verantwortliche vor allem kleiner Unternehmen stehen früher oder später vor der Frage: Reicht eine „normale“ ISO-Zertifizierung – oder muss sie zwingend akkreditiert sein? Auch Verantwortliche im Einkauf großer Unternehmen müssen sich die Frage beantworten: Akzeptieren wir eine nicht akkreditierte Zertifizierung oder bestehen wir auf einer akkreditierten Zertifizierung? Immerhin führt die Akkreditierung auf beiden Seiten zu höherem Aufwand und höheren Kosten.
In diesem Artikel erhalten Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen:
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Was drückt eine akkreditierte Zertifizierung aus?
Bei der Zertifizierung von Managementsystemen ist eine Akkreditierung lediglich ein zusätzliches Qualitätssignal: Eine nationale Akkreditierungsstelle (in Deutschland z. B. die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS)) bestätigt, dass eine Zertifizierungsstelle nach bestimmten Regeln arbeitet. Ein solches Qualitätssignal kann aber auch auf andere Weise erfolgen.
Was ist der Unterschied zwischen einer akkreditierten und einer nicht akkreditierten Zertifizierung?
Inhaltlich gibt es keinen Unterschied, da bei beiden Zertifizierungen die gleichen ISO-Normen geprüft werden. Der Unterschied liegt im Aufwand: Akkreditierte Zertifizierungen sind deutlich bürokratischer, zeitintensiver und kostenintensiver, da Zertifizierungsstellen zusätzliche formelle Anforderungen von Akkreditierungsstellen erfüllen müssen.
Der zentrale Punkt wird häufig übersehen: Die Anforderungen der ISO-Normen bleiben identisch – unabhängig davon, ob eine Zertifizierung akkreditiert ist oder nicht. Der Unterschied entsteht nicht im Managementsystem selbst, sondern in der Art und Weise, wie die Zertifizierungsstelle arbeitet und welche zusätzlichen Vorgaben sie erfüllen muss. Akkreditierungsstellen prüfen und überwachen Zertifizierer nach strengen formalen Kriterien. Das führt zu mehr Dokumentationspflichten, längeren Prozessen und höheren Kosten – ohne dass sich die eigentlichen Inhalte der ISO-Norm ändern.
Nicht akkreditierte Zertifizierung
Akkreditierte Zertifizierung
Als Verantwortliche – insbesondere in einem kleinen Unternehmen – sollten Sie sorgfältig abwägen, ob der zusätzliche Aufwand und die höheren Kosten einer akkreditierten Zertifizierung durch einen entsprechenden Mehrwert tatsächlich gerechtfertigt sind. Zudem besteht in der Praxis sowohl bei öffentlichen Auftraggebern als auch bei Konzernen in der Regel Verhandlungsspielraum: Nicht akkreditierte Zertifizierungen werden sehr oft akzeptiert, insbesondere wenn sie durch einen ausführlichen Zertifizierungsbericht transparent belegt sind – was Ihnen schnell mehrere tausend Euro an Kosten und mehrere Monate Arbeit ersparen kann.
Braucht man für eine Ausschreibung eine akkreditierte ISO-Zertifizierung?
Nur sehr eingeschränkt. Im öffentlichen Vergaberecht wird häufig auf Zertifikate Bezug genommen. Das regelt § 49 der Vergabeverordnung (VgV). Gleichzeitig stellt der Gesetzgeber klar, dass Unternehmen nicht benachteiligt werden dürfen, wenn sie ein bestimmtes Zertifikat nicht vorlegen können. Entscheidend ist der Nachweis der inhaltlichen Gleichwertigkeit. Öffentliche Auftraggeber müssen alternative Nachweise akzeptieren, wenn diese belegen, dass ein Unternehmen vergleichbare Standards erfüllt.
In vielen Ausschreibungen findet sich die Formulierung „oder ein vergleichbares Managementsystem“. Diese Formulierung bedeutet in der Regel, dass auch ein nicht akkreditiertes Zertifikat anerkannt wird. Praxistipp: Sprechen Sie die ausschreibende Stelle an und fragen, in welchen Fällen auch eine nicht akkreditierte Zertifizierung akzeptiert wird. Nutzen Sie dafür beispielsweise die folgende Vorlage:
Welche Vorteile hat die Anerkennung einer unabhängigen (nicht akkreditierten) ISO-Zertifizierung für Auftraggeber?
Die Anerkennung einer nicht akkreditierten Zertifizierung kann für Auftraggeber erhebliche Vorteile bringen – insbesondere mehr Flexibilität, eine größere Auswahl an geeigneten Lieferanten sowie eine stärkere Fokussierung auf praxisrelevante Prüfungsinhalte bei gleichzeitig rechtlicher Sicherheit.
Für Auftraggeber, egal ob privatwirtschaftlich oder öffentlich, eröffnet die Anerkennung alternativer Nachweise zusätzliche Handlungsspielräume. Entscheidend ist nicht die formale Akkreditierung, sondern ob ein Unternehmen nachweislich ein wirksames Managementsystem betreibt. Die folgende Tabelle zeigt zentrale Kriterien, die Sie bei der Bewertung unterstützen:
