Qualitätsmanagement einfach erklärt – Grundlagen für Unternehmen | DICIS AG
Was ist Qualitätsmanagement eigentlich genau?
Im Qualitätsmanagement steht die Kundenorientierung im Mittelpunkt allen Handelns. Nicht nur Produkte, sondern auch Dienstleistungen und Abläufe werden so ausgerichtet, dass sie den Anforderungen der Kunden*innen entsprechen. Damit die Erfüllung von Kundenanforderungen kein Zufall ist, wird ein so genanntes „Managementsystem“ etabliert: Ein System, mit dem Qualität systematisch organisiert wird.
Das bekannteste Qualitätsmanagementsystem ist ISO 9001:2026. Unternehmen können sich danach zertifizieren lassen.
Was ist eigentlich Qualität?
Qualität bedeutet, dass ein Produkt oder eine Dienstleistung genau das leistet, was der Kunde erwartet. Es geht darum, zuverlässig zu liefern, Fehler zu vermeiden und gleichbleibend gute Ergebnisse zu erzielen. Für Unternehmen heißt das: klare Abläufe, saubere Arbeit und zufriedene Kunden.
Ohne den Begriff Qualität zu erläutern, kann Qualitätsmanagement schlecht erklärt werden. Denn Qualität ist ein scheinbar dehnbarer Begriff. Wir sagen schnell, etwas habe eine geringe oder hohe Qualität. Doch was ist Qualität eigentlich? Im Qualitätsmanagement ist es nicht mehr und nicht weniger als die Erfüllung einer Kundenanforderung. Mit einem Beispiel soll dies erklärt werden.
Weil der Begriff Qualität sich ausschließlich an den Kundenerwartungen orientiert, haben beide Hotels eine hohe Qualität, wenn sie den Kundenerwartungen entsprechen. Qualität bedeutet also nicht, in jedem Fall das Bestmögliche und Teuerste zu liefern, sondern genau das, was Kunden*innen erwarten.
In diesem Sinne kann das teure Hotel sogar eine schlechtere Qualität haben, als das günstige.
In diesem Fall hätte das billige Hotel eine höhere, vom Kunden wahrgenommene Qualität, als das teure. Im Qualitätsmanagement geht es also darum, Kunden*innen zuverlässig die Qualität zu liefern, die diese erwarten.
Was ist ein Qualitätsmanagementsystem?
Bei vielen tritt ein Missverständnis auf, wenn sie den Begriff des Qualitätsmanagements das erste Mal hören. Sie assoziieren den Begriff automatisch mit Produktqualität. Beim Begriff eines Qualitätsmanagementsystems denken sie an die Kontrolle einer Produktqualität.
Doch das ist verkehrt. Ein Qualitätsmanagementsystem wie beispielsweise ISO 9001 ist im Kern eher eine Philosophie als eine Vorschrift. In diesem Artikel erklären wir die ISO 9001-Philosophie.
Ein Qualitätsmanagementsystem müssen Sie sich wie ein großes Puzzle vorstellen, bei dem unterschiedliche Teile das große Ganze ergeben. Das große Ganze ist in diesem Fall der Unternehmenserfolg, die einzelnen Puzzleteile sind die unterschiedlichen Anforderungen, wie sie beispielsweise ISO 9001 stellt.
Ein Qualitätsmanagementsystem besteht aus unterschiedlichen Komponenten.
Im Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9001 kommen weitere Faktoren ins Spiel wie beispielsweise Führung, faktengestützte Entscheidungsfindung und Beziehungsmanagement.
In der Gestaltung ihres Qualitätsmanagementsystems sind Unternehmen relativ frei. So gilt es z.B. bei ISO 9001: 2026, die Norm bezogen auf das eigene Unternehmen zu interpretieren. Dieser Freiraum ist gewollt, denn jedes Unternehmen soll in der Lage sein, ein individuelles Qualitätsmanagementsystem für sich einzuführen.
Ein Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9001 ist zertifizierbar und zeigt nach außen, dass Ihr Unternehmen klare Strukturen geschaffen hat, um dauerhaft hohe Qualität und Kundenzufriedenheit sicherzustellen.
Qualitätsmanagement als Treiber des Unternehmenserfolgs
Ziel eines Qualitätsmanagements ist es, durch die genannten Prinzipien eine kontinuierliche Entwicklung und das kontinuierliche Wachstum eines Unternehmens sicherzustellen. Der Begriff „Qualität“ führt dabei mitunter in die Irre. Qualität – also die optimale Erfüllung von Kundenanforderungen und -bedürfnissen – ist ein wichtiger Teil des Unternehmenserfolgs. Die in diesem Artikel aufgeführten Komponenten eines Qualitätsmanagementsystems sind jedoch mindestens genauso wichtig.
Es ist kein Zufall, dass sich viele Komponenten von Qualitätsmanagementsystemen (beispielsweise die Erarbeitung von Strategien, Prinzipien der Führung und der Kundenorientierung sowie die Definition von Prozessen und Abläufen) auch in der Ausbildung vieler MBA-Programme wiederfinden.
Es gibt eine große Schnittmenge zwischen Qualitätsmanagement und der Ausbildung von Top-Führungskräften. Die intensive Auseinandersetzung mit Qualitätsmanagement und Qualitätsmanagementsystemen ist für Individuen damit ein wichtiger Baustein für eine weiter Fach- oder Führungskarriere. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, Führungskräfte und Unternehmen profitieren stark von der Einführung eines Qualitätsmanagements.


