Was ist Nachhaltigkeitsmanagement? Ratgeber für die Unternehmenspraxis
Was ist Nachhaltigkeitsmanagement?
Nachhaltigkeitsmanagement wird für Unternehmen und Organisationen in den kommenden Jahren eines der wichtigsten Themen. Es vereint Elemente des Umweltschutzmanagements, des Qualitätsmanagements, des Prozessmanagements, des Risikomanagements und des Innovationsmanagements. Unternehmen sollen ein Managementsystem etablieren, um ein nachhaltiges und ökologisches Wirtschaften sicherzustellen. Unternehmen können sich ihr Nachhaltigkeitsmanagement durch eine ISO-Zertifizierung nach Normen wie ISO 14001 bestätigen lassen. Etwas weiter gefasst ist der deutsche Nachhaltigkeitskodex. Auch ISO 9001:2015 kann als Grundlage für die Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie herangezogen werden.
In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie ein Nachhaltigkeitsmanagement aufbauen können, welche Fragen es zu klären gilt und wie Sie dieses zertifizieren lassen können. (Hinweis: Diese Inhalte wurden von https://www.innolytics.de/was-ist-nachhaltigkeitsmanagement/ übernommen und erweitert.)
Wozu Nachhaltigkeitsmanagement?
Nachhaltigkeit zählte über Jahre zu den typischen Buzzwords: Der Begriff wurde vielfach verwendet, alles war irgendwie nachhaltig, doch wirklich investiert haben Unternehmen nicht. Das wird sich in den nächsten Jahren dramatisch verändern. So hat beispielsweise die BaFin (Bundesaufsichtsbehörde für das Finanzdienstleistungswesen) Nachhaltigkeit verpflichtend für Finanzinstitute gemacht. Diese sollen einen Nachhaltigkeitsbericht verfassen. Wenn sie dies nicht tun, müssen sie entsprechende Risiken bilanziell ausweisen. Auch wird die Beachtung von Nachhaltigkeitskriterien zu einem Faktor bei der Kreditvergabe werden. Nachhaltigkeitsmanagement ist dabei, von einem zahnlosen Tiger zu einem Instrument zu werden, das Unternehmen und Organisationen messbare Vorteile verschafft.
Vorteile eines Nachhaltigkeitsmanagements
Ähnlich wie beispielsweise der Aufbau eines Qualitätsmanagementsystems oder eines Wissensmanagementsystems bringt die Etablierung eines Nachhaltigkeitsmanagements langfristige wirtschaftliche Vorteile. Dazu gehören u.a. die folgenden:
Nachhaltigkeitsmanagement ist also nicht nur – und das ist ein häufiges Missverständnis – ein Umweltmanagement. Es geht darüber hinaus. Hauptkriterium ist für Unternehmen, einen letztlich dauerhaften und nachhaltigen Unternehmenserfolg zu erzielen.
Aufbau eines Nachhaltigkeitsmanagements
Zur Etablierung eines Nachhaltigkeitsmanagements bauen Unternehmen ein Managementsystem auf, das in seinen Grundzügen einem Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9001:2015 ähnelt: So gilt es u.a.,
Unternehmen, die beispielsweise ein Qualitätsmanagementsystem etabliert haben, brauchen zum Aufbau eines Nachhaltigkeitsmanagements kein eigenes paralleles Managementsystem zu etablieren. Das würde Beschäftige in der täglichen Praxis mit hoher Wahrscheinlichkeit verwirren. Hier bietet sich die Implementierung eines so genannten „integrierten Managementsystems“ an. Die International Organization for Standardization (ISO) hat eine so genannte „High Level Structure“ entwickelt, also einen einheitlichen Aufbau von Managementsystemen. Egal ob Sie ISO 9001 im Bereich des Qualitätsmanagements oder ISO 14001 (Umweltschutzmanagement) umsetzen, der Aufbau ist im Kern der gleiche.
Nachhaltigkeitsmanagement ließe sich sogar mit Hilfe eines Qualitätsmanagementsystems nach ISO 9001:2015 umsetzen. Wenn Sie beispielsweise Nachhaltigkeit zu einem wesentlichen Kern Ihrer Qualitätspolitik machen, Ihre Qualitätsziele sich an nachhaltigen Unternehmenszielen orientieren, Sie Geschäftsprozesse etablieren um diese umzusetzen und die Einhaltung dieser Ziele kontinuierlich überwachen, haben Sie bereits ein Nachhaltigkeitsmanagement etabliert – selbst dann, wenn dieses den Namen Nachhaltigkeitsmanagement nicht trägt.
Zertifizierungen im Nachhaltigkeitsmanagement
Im Kern trägt jede ISO-Zertifizierung zum Thema Nachhaltigkeit bei. So setzt beispielsweise eine Zertifizierung nach ISO 9001 voraus, dass sich Unternehmen intensiv mit ihren Auswirkungen auf Umwelt und Klimawandel sowie mit stabilen, langfristig tragfähigen Prozessen auseinandersetzen. Eine Zertifizierung nach ISO 14001 (Umweltmanagement) geht noch einen Schritt weiter und verpflichtet Unternehmen dazu, ihre Umweltaspekte systematisch zu identifizieren, zu bewerten und kontinuierlich zu verbessern – mit dem klaren Ziel, Ressourcen zu schonen und Umweltbelastungen zu reduzieren. Auch eine Zertifizierung nach ISO 27001 (Informationssicherheit) zahlt auf Nachhaltigkeit ein, da sie Unternehmen widerstandsfähiger gegenüber Risiken macht und so die langfristige Stabilität und Zukunftsfähigkeit sichert. Entsprechend umfasst ein wirksames Nachhaltigkeitsmanagement all diese Bereiche und verbindet Qualität, Umweltverantwortung und Resilienz zu einem ganzheitlichen Ansatz.



